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Gedanken zu Weihnachten

Liebe Freunde, Bekannte und Geschäftspartner,

an Weihnachten feiern Christen auf der ganzen Welt die Geburt Jesu. Neben Ostern ist es das zentrale Fest des christlichen Glaubens. Zugleich ist Weihnachten längst nicht nur ein religiöser Feiertag. In einer Kultur, die aus christlichen Wurzeln gewachsen ist, feiern es auch viele Menschen, die sich selbst nicht (mehr) als gläubig verstehen – meist aus Tradition, vielleicht auch aus dem Wunsch nach diesen besonderen Tagen kurz vor dem Jahreswechsel.

Doch Rituale leben nicht allein von ihrer Wiederholung. Sie leben von Bedeutung. Wenn der ursprüngliche Anlass aus dem Bewusstsein verschwindet, bleibt oft nur die Form – und die Frage nach dem Sinn stellt sich neu. Was kann Weihnachten für Menschen bedeuten, die sich nicht als Christen verstehen?

Ein Gedanke aus der umfangreichen theologischen Deutung von Weihnachten reicht weit über den Glauben hinaus: die Geburt als Gnadenakt, als Anfang von Hoffnung.

Hoffnung ist keine naive Zuversicht. Sie ist ein leiser, aber beharrlicher Blick nach vorn. Hoffnung gibt Kraft, wo Gewissheiten zerfallen. Sie verbindet Menschen, wo Worte oft nicht ausreichen. Hoffnung lässt uns glauben, eigentlich sogar wissen, dass Zukunft gestaltbar ist – und zwar gemeinsam, nicht allein.

Für dieses gemeinsame Gestalten besitzt der Mensch eine ausdifferenzierte Fähigkeit: Kommunikation. Und Kommunikation ist weit mehr als Sprache. Sie geschieht in Gesten, in Blicken, im gemeinsamen Essen, im Schenken, im Schmücken eines Raumes. An Weihnachten wird all das sichtbar. Der Mensch spricht mit allen Sinnen. Weil er ein ganzheitliches Wesen ist, braucht er auch eine ganzheitliche Ansprache.

So kann Weihnachten – jenseits aller Glaubensfragen – ein Fest der Hoffnung sein. Ein Innehalten. Ein Erinnern daran, dass Nähe möglich ist, dass Verbindung trägt und dass aus gemeinsamen Momenten neue Kraft entsteht.

Das wünsche ich Ihnen von Herzen: Ein Fest im Kreise Ihrer Familie, das Hoffnung schenkt. Hoffnung auf ein erfülltes, lebendiges und sinnvolles Leben. Hoffnung auf Frieden, auf Kreativität und viel Lebensfreude. Hoffnung auf neue Begegnungen, auf offene Gespräche und echten menschlichen Austausch.

In diesem Sinne ein gesegnetes und schönes Weihnachtsfest.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Stefan Schütz